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ups, jetzt hat's mich erwischt. die kälte der letzten tage scheint sich in meinen knochen eingenistet zu haben: die nase läuft, der kopf steckt in einem wattebausch, der hals krächzt, die erkältung scheint perfekt. nicht eben perfekt für morgen, denn da steht die nächste sendung auf dem programm. so bleibt mir nicht viel mehr, als auf besserung zu hoffen und den käfern mit viel tee und honig, mit sauna und inhalationen den garaus zu machen (ich bau in solchen momenten nicht wirklich auf chemie, sondern glaub an die alten hausmittelchen). das adrenalin wirds morgen dann hoffentlich richten. auf dass nase und kopf wieder frei sind und die stimme nicht krächzt wie eine alte krähe. wir werdens sehen. morgen abend
intensiv war es, dieses wochenende. für einmal kaum gearbeitet hab ich, dafür einiges genossen. ich bin ja wahrlich kein ballfreak und noch weniger eine gesellschaftsamsel. aber die einladung von alexander pereira, dem intendanten des opernhauses und seiner schönen freundin daniela konnte ich beim besten willen nicht ausschlagen, die beiden am opernball zu begleiten. viele juwelen, viel seide, viel gestraffte haut und stolze begleiter dieser schätze waren zugegen.

und ganz nach wiener tradition auch die junge generation: am debütantinnen defilée. irgendwie rührend, mit welcher ernsthaftigkeit die jungen damen und die (noch jünger scheinenden) herren ihren partnerInnen die referenz erwiesen

bis es dann hiess: alles walzer und sich toute la maison irgendwie durch das gedränge tanzte. da drehte sich dann buchstäblich die halbe helvetische wirtschaft einträchtig im kreis, nicht ohne vorher - folgsam wie beflissene sonntagschueler - noch ein paar menuettschritte unisono geprobt zu haben

unsere zeit, so scheint es mir, ist bei allem was sich laufend aendert, wieder reif, traditionen aufleben zu lassen, sozusagen als feste insel an der man sich laben kann.

heute hat's mich gepackt. uebers wochenende ist bei uns der garten ja so was von explodiert. von einem tag auf den anderen stand die wiese voller schneeglöckchen, die ersten maerzenglocken strecken ihre köpfe in die luft und die rosen zeigen auch schon die ihre triebe. und was ich letztes jahr ausgesät habe, zeigt auch schon erste zeichen von erwachen. verrückt wie schnell das geht, man hat das gefühl, man könne buchstäblich zuschauen, wie alles erwacht. drum: anstatt ein sandwich irgendwo unterwegs in den kopf zu drücken, zog ich los mit der neuen, chicen rosenschere (war ein sinniges weihnachtsgeschenk), und verpasste in der mittagspause meinen büschen einen coup de printemps. frühlingsgefühle erlebt man ja wirklich am augenfälligsten in der natur. und jedes mal wieder staunt man,

was sich alles aus diesen dürren aesten entwickelt. judihui. jetzt warte ich nur noch auf die brodelnden hormone. die sollen ja bekanntlich den frühling auch spüren...
nach dem besuch von nina burri,

weiss ich, an was ich arbeiten muss, um eine gewisse beweglichkeit zu erhalten. sie hat es ja mit 33 geschafft, in den scheinbar unmöglichsten positionen

relativ gelassen in die kamera zu lächeln. meine stretching übungen bedürfen noch einem gewissen training, wie dieses bild zeigt

aber wie heisst es so schön, uebung macht den meister. ich arbeite an mir....



sie kocht göttlich, ist mit 17 gault millau punkten gekrönt, war köchin des jahres und eine liebe alte bekannte von mir. vreni giger, köchin, chefin und gute seele vom jägerhof in st. gallen.

mit ihr lernte ich vor jahren, wie man mit einem kapitalen hecht umgeht, führte immer wieder tolle gespräche übers geniessen und kochen

und sie war eine der ersten in der schweiz, welche konsequent ein gourmetrestaurant mit rein biologischen produkten auf die beine stellte. der jägerhof in st. gallen ist in der zwischenzeit für geniesser ein must. heute hat sie mich gebeten, für ihre 50 gäste und freunde einen gang zu kochen. uffh, steht man da als amateur schwer unter druck. aber zum glück ging mir magdalena bei diesem experiment zur hand (magdalena ist für mich die geduldigste und aufgestellteste lehrtochter, die gemeinsam mit mir ans werk ging) riesenraviolis wollten wir machen. gefüllt mit quark (vom biobauer natürlich), angereichert mit schwarzen trüffeln (von einem st. galler trüffelhund am vortag aufgestöbert) und als clou, einem frischen eigelb drin, das dann nach dem anstechen des raviolo so wunderschön aus der füllung fliesst.
im moment sitze ich eingeschneit in meinem hüttli oben in den bergen. zeit, um bücher zu lesen, die schon länger auf dem nachttisch liegen. und da fesselt mich seit zwei tagen ein schunken, der einige spannende thesen vertritt. unter dem titel: revolution 2012, warum die menschheit vor einem evolutionssprung steht" schildert der physiker dieter boers mit vielen wissenschaftlichen beispielen, wie stark wir von den sonnenaktivitäten abhängen und welchen einfluss die magnetfelder haben, die durch die sonneneruptionen auf unsere zivilisation und unser denken wirken. schon die mayas sagten mit ihren erstaunlich genauen kalendern für das jahr 2012 eine grosse instabilität auf unserer erde voraus. wissenschaftliche untersuchungen zeigen, dass sich momentan grundsätzliches rund um die sonnenaktivitäten tut (ohne dass wir genau wissen, welches die einflussgrössen für diese solaren veränderungen sind) und was solche kosmischen energiefelder für auswirkungen haben.
ich hatte heute gelegenheit, ein längeres gespräch mit hans dietrich genscher zu führen. genscher ist mit seinen weit über 80 ein altes schlachtross der deutschen politik, jahrzehnte deutscher aussenminister, vizekanzler und einer der architekten der eu und ihrer währungsunion. was mich im gespräch mit ihm faszinierte, ist auch im hohen alter eine selbstkritische haltung zu sich selbst und seiner damaligen machtposition, dieser wache geist geopolitische veränderungen unserer welt wahrzunehmen und auf eine respektvolle art dem stellenwert anderer völker und kulturen zu begegnen und mit diesem mix aus historischem wissen, gesundem menschenverstand und der vision einer einvernehmlichen staatengemeinschaft die probleme und lösungsmöglichkeiten unserer welt darzulegen. da spricht ein mensch, dem nicht die macht das hirn gemartert hat, sondern der versuch, das zusammenleben unterschiedlicher kulturen innerhalb deutschlands, aber auch in europa und zwischen den kontinenten auf eine tragfähige basis zu stellen. ein staatsmann, der die interdependenz unserer welt nicht als gefahr , sondern als chance sieht und der die zusammenarbeit unter den staaten, auch bei unterschiedlichen demokratieverständnissen als einzige möglichkeit betrachtet, respektvoll miteinander zu wirtschaften und zu leben. jemand, der in grösseren zusammenhängen zu denken versucht und der historisches wissen benutzt, um aktuelle krisen zu meistern. während des gesprächs ging mir durch den kopf, welche helvetischen politiker auf oberster ebene diesen staatsmännischen denkansatz pflegen und nicht nur im tagesgeschäft stecken. ehrlich gesagt kam mir kein name in den sinn. ob uns die berge immer wieder die sicht auf die grösseren zusammenhänge versperren??

wo kerzen sind, hab ich das gefühl, kann man ruhig denken, herrscht ein stück friedfertigkeit und damit die besten voraussetzungen, nach einem hektischen tag wieder zur ruhe zu kommen. drum. bei mir daheim brennen stets kerzen.....

meine spirituelle ecke, die mich immer dann in die richtige stimmung bringt, wenn die hektik des alltags überhand zu nehmen droht. in diesem sinne wünsche ich euch allen ein friedliches neues jahr. ich mach mich jetzt für ein paar tage aus dem staub und reise durch die klöster burma's. auf bald
jeder hat wohl bei sich zuhause ein paar örtchen, an denen in kleinen schatzkabinetten erinnerungen und kleine wichtige dinge aufbewahrt werden, die im laufe der jahre ihre bedeutung behalten haben: erinnerungen an menschen, an erfahrungen und reisen. ein paar dieser geheimen ecken bei mir zuhause möchte ich euch verraten

meine geheimnisvolle hasenlampe zum beispiel (ein geschenk meines besten freundes), die zusammen mit all den kristallen aus aller herren länder ein stiller energiespender ist, wenn die ideen mal ausgehen....



kulturplatz-Blog mit Christoph Marti, auch bekannt als Ursli Pfister
